Dysplasie

Dysplasiesprechstunde

Die Dysplasiesprechstunde ist eine Spezialsprechstunde für Frauen mit Zellveränderungen, sogenannten Dysplasien, am Gebärmutterhals, am Muttermund, an der Scheide oder an den Schamlippen. Untersucht werden aber auch entzündlichenVeränderungen, Infektionen oder chronischen Erkrankungen im Genitalbereich.

 

Ein Ziel unserer Dysplasiesprechstunde ist es, durch zusätzliche Untersuchungen Krebsvorstufen (Dysplasien) zu diagnostizieren. Auch können Zellveränderungen von Entzündungen unterschieden werden. Wichtig ist hierbei die Unterscheidung zwischen Veränderungen, die behandelt werden müssen, und solchen, die kontrolliert werden können.

 

 

Warum werden Sie zu uns geschickt?

Die meisten Frauen werden zu uns geschickt, weil es im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung Auffälligkeiten bei den Abstrichen vom Gebärmutterhals gab. Aber auch Beschwerden oder Infektionen anderer Art wie z. B. Condylome (Feigwarzen), Lichen-Erkrankungen oder schmerzhafte Veränderungen im Genitalbereich können Gründe für eine Überweisung in eine Dysplasiesprechstunde sein.

 

Vorsorgeuntersuchung

Unter 35-jährige Frauen haben im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung die Möglichkeit, jährlich Zellabstriche vom Gebärmutterhals durchführen zu lassen.


Frauen ab 35 Jahren wird seit 2020 eine kombinierte Untersuchung angeboten, bei welcher nicht nur die Beurteilung der Zellen, sondern auch ein Test auf Humane Papillomaviren (HPV) erfolgt.

 

HPV werden von Mensch zu Mensch über Haut- und Schleimhautkontakt übertragen. Es gibt Niedrig-Risiko-HPV-Typen die Genitalwarzen verursachen können und Hoch-Risiko-HPV-Typen die zu Krebsvorstufen und Krebs führen können. Dafür müssen die Viren über einen sehr langen Zeitraum vorhanden sein, es muss also eine so genannte „HPV-Persistenz" vorliegen.

 

Etwa 80% aller sexuell aktiven Menschen machen mindestens einmal in ihrem Leben eine HPV-Infektion durch. Eine Infektion wird nur in sehr seltenen Fällen von Symptomen begleitet. Bei den meisten Frauen heilen diese Infektionen in einem Zeitraum von bis zu 2 Jahren ohne Therapie und ohne Folgen aus. Etwa 10% der betroffenen Frauen bleiben dauerhaft infiziert und können Zellveränderungen entwickeln. Nur etwa 1-3% dieser Zellveränderungen entwickeln sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren zu einem Gebärmutterhalskrebs.


Kondome schützen nur teilweise, da die Viren auch über genitalen Hautkontakt übertragen werden. Konsequente Nutzung verhindert aber ca. 50% der Infektionen.


Inzwischen gibt es eine Impfung gegen einige HPV-Typen. Damit werden aktuell die sieben wichtigsten Hoch-Risiko-Typen, sowie zwei Niedrig-Risiko-Typen abgedeckt, die für Feigwarzen hauptursächlich sind. Die Impfung schützt umso zuverlässiger, je früher sie durchgeführt wird. Deshalb ist die aktuelle Empfehlung Mädchen und Jungen im Alter von 9-14 Jahren gegen HPV-Infektionen impfen lassen, aber auf jeden Fall vor Aufnahme des Geschlechtsverkehrs. Bis zum 18. Geburtstag werden die Impfungen noch von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

 

In einigen Fällen kann auch eine spätere Impfung sinnvoll sein. Auch dies besprechen wir mit Ihnen in unserer Sprechstunde.

 

Wie läuft die Untersuchung in unserer Dysplasiesprechstunde ab?

Sind bei Ihrem behandelnden Frauenarzt auffällige Befunde im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung aufgetreten, überweist er Sie zur weiteren Abklärung in unsere Dysplasiesprechstunde.
Wir besprechen zunächst mit Ihnen ausführlich Ihre Befunde. Idealerweise bringen Sie bitte alle Berichte der Vorsorgeuntersuchung mit zu Ihrem Termin bei uns.

 

Im Anschluss erfolgt dann eine gynäkologische Untersuchung – ähnlich der Vorsorgeuntersuchung bei Ihrem Frauenarzt.

 

Dabei wird eine Lupenuntersuchung (Kolposkopie) des Gebärmutterhalses, der Scheide und der Vulva (Schamlippen). Damit kann abgeklärt werden, ob relevante Zellveränderungen vorliegen und ob eine gezielte Therapie notwendig ist. Mittels hochverdünnten Essigs und Jod können die Veränderungen sichtbar gemacht werden.

 

Sollten Auffälligkeiten bestehen, erfolgt die sichere Diagnosestellung durch eine gezielte Probeentnahme. Proben vom Gebärmutterhals sind nur wenige Millimeter groß und meist schmerzlos zu entnehmen. Allenfalls merken Sie ein leichtes Zwicken oder hinterher ein leichtes Brennen in der Scheide, welches innerhalb von Minuten wieder verschwindet. Scheide und Vulva werden vor einer Probeentnahme örtlich betäubt.Wenn notwendig wird, bei leichten Blutungen eine blutstillende Lösung aufgetragen.

 

Nach Vorliegen aller Befunde besprechen wir die Untersuchungsergebnisse und das weitere Vorgehen ausführlich mit Ihnen.

 

Ist eine Behandlung notwendig, besprechen wir mit Ihnen die Therapieoptionen und legen passend zum Befund und unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Situation ein abgestimmtes Vorgehen fest.

 

Therapie-Optionen

Konservative Therapie
Je nach Befund ist eine lokale Therapie oder unterstützende Behandlung mit Cremes, Gel oder Zäpfchen möglich.

 

Operative Therapie
Die operative Behandlung des Gebärmutterhalses erfolgt bei therapiepflichtigen Krebsvorstufen oder einem frühen Krebsstadium. Hierzu wird eine so genannte Schlingenexzision (Konisation, LEEP) durchgeführt.

Mittels Hochfrequenzschlinge wird dabei der Befund unter Lupenvergrößerung gezielt abgetragen. Meist wird dies kombiniert mit einer Laservaporisation, bei der zusätzlich noch oberflächliche Zellschichten mit leichteren Veränderungen verdampft werden.

Zusätzlich erfolgt eine Ausschabung des Gebärmutterhales und ggf. der Gebärmutterhöhle zur Untersuchung und Behandlung von weiter innen liegenden Veränderungen.

 

Die operative Behandlung ist als ambulante Operation in einer kurzen Vollnarkose möglich. Wir führen diese Operation in unserem ambulanten gynäkologischen OP Zentrum in unseren Praxisräumen durch.

 

Informationen zu unserem ambulanten OP Zentrum finden Sie auf unserer Seite in der Rubrik OP-Zentrum.

 

Weiterführende Informationen, Anträge zur Kostenübernahme der HPV Impfung und unsere Flyer finden Sie unter Service/Nützliches.

 

 

 

 

Zertifiziert durch die AG-CPC und OnkoZert

Die Dysplasieprechstunde unserer Praxis ist zertifiziert durch die Arbeitsgemeinschaft für Zervixpathologie und Kolposkopie (AG CPC) und OnkoZert.

 

Als erste Frauenarztpraxis Bremens haben wir im Juni 2020 die Zertifzierung unserer Dysplasiesprechstunde durch OnkoZert erhalten.

Das Zertifizierungssystem für Gynäkologische Dysplasie-Einheiten und -Sprechstunden verfolgt das Ziel, die Qualität der Früherkennung und Prävention von Gebärmutterhalskrebs zu verbessern. Es handelt sich um eine Kooperation der DKG, AGCPC, AGO und DGGG.

 

Wir freuen uns, dass wir jetzt auch "offiziell" daran teilhaben dürfen, die Versorgung unserer Patientinnen und die Qualität der Krebsfrüherkennung auf hohem Niveau durchführen zu können.